Kälte, Sauna & der Menstruationszyklus: Warum Frauen anders auf Temperaturreize reagieren
Eisbäder und Saunagänge erfreuen sich zunehmender Beliebtheit – nicht nur im Spitzensport, sondern auch zur Unterstützung der Gesundheit, der Regeneration und des mentalen Wohlbefindens. Aktuelle Forschungen zeigen jedoch, dass Frauen anders auf Kälte- und Hitzereize reagieren können als Männer und der Menstruationszyklus dabei eine wichtige Rolle spielt. (1)
Kälte kann helfen – aber nicht jede Zyklusphase reagiert gleich
Das Eisbaden kann zahlreiche positive Effekte haben. Studien zeigen eine erhöhte Ausschüttung von Katecholaminen wie Noradrenalin, die Aktivierung von braunem Fettgewebe, entzündungshemmende Effekte sowie Verbesserungen der Stimmung und des Wohlbefindens. (2,3)
Bei Frauen variiert die Reaktion auf Kälte jedoch je nach Phase des Menstruationszyklus. Während Kälteexposition in der ersten Zyklushälfte die Erholung unterstützen kann, kann dieselbe Praxis in der Lutealphase, die nach dem Eisprung auftritt, eine stärkere Stressreaktion auslösen. Dies liegt am Hormon Progesteron, das die Kerntemperatur des Körpers erhöht und die Reaktion des Körpers auf Kältereize verändert. (1)
Dies bedeutet jedoch nicht, dass Frauen Kälteexposition meiden sollten. Stattdessen sollten Intensität und Dauer an den individuellen Zyklus angepasst werden.
Sauna: Manchmal ist weniger mehr
Ähnliche Unterschiede zeigen sich bei der Hitzeexposition. In der zweiten Zyklushälfte ist die Körpertemperatur auf natürliche Weise erhöht. Zusätzliche Hitze durch längere Saunagänge kann daher als stärkerer physischer Stressor empfunden werden.
Aktuelle Forschungen legen nahe, dass Frauen in dieser Phase von kürzeren Saunagängen von etwa 10–15 Minuten profitieren können, während die positiven Effekte auf Stimmung, Entspannung und Stressregulation erhalten bleiben. (1,6)
Positive Effekte auf PMS und Wechseljahrsbeschwerden?
Besonders interessant sind neue Erkenntnisse zur Verbindung von Kälteexposition und hormonellen Symptomen. Eine Studie mit 1.114 Frauen zeigte, dass regelmäßiges Schwimmen in kaltem Wasser mit einer Reduktion von Angstzuständen, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und Schlafstörungen verbunden war. (4)
Was die Forschung noch nicht weiß
Ein wichtiger Aspekt bleibt: Die meisten Studien zur Kälte- und Hitzeexposition wurden bisher primär an Männern durchgeführt. Frauenspezifische Daten zu optimalen Temperaturen, Dauer, Zyklusphasen und potenziellen Auswirkungen auf Fruchtbarkeit und hormonelle Verhütung sind noch begrenzt. (1,5)
Fazit
Kälte- und Hitzeexposition bieten Frauen viele potenzielle gesundheitliche Vorteile. Aktuelle Forschungen zeigen jedoch, dass der Menstruationszyklus berücksichtigt werden sollte. Statt starren Protokollen scheint ein individuellerer Ansatz sinnvoller: In der ersten Zyklushälfte vertragen viele Frauen intensivere Kälteexposition besser, während in der zweiten Zyklushälfte etwas kürzere und moderatere Reize oft vorteilhafter sind. (1,6)